Über die Bemühungen türkeistämmige
und kurdische Organisationen unter einem Kongressdach zusammenzubringen, Murat
Çakır
Seit
Jahrzehnten versuchen Vereine und Verbände von linken, sozialistischen und
kommunistischen Migrant*innen aus der Türkei und Kurdistan in Europa
themenbezogene Bündnisse aufzubauen. Es sind i. d. R. aktuelle Entwicklungen in
der Türkei und in Kurdistan, die zu solchen, meist befristeten Bündnissen und
gemeinsamen Aktionen führen. Für die beteiligten Organisationen haben diese
Aktionsbündnisse Vorteile in doppelter Hinsicht: Zum einen werden durch
konkrete gemeinsame Aktivitäten die Kommunikation zwischen den Verbänden
verbessert und das gegenseitige Vertrauen ausgebaut. Zum anderen führen die
massenhaften Aktionen und gemeinsam formulierte Forderungen zu einer breiteren
öffentlichen Wahrnehmung und ziehen die Aufmerksamkeit der Medien, politischen
Parteien, Parlamenten und Regierungen auf diese Forderungen. Dennoch kann
bilanziert konstatiert werden, dass weder eine nachhaltige öffentliche
Wahrnehmung, noch ein nachhaltiger Einfluss auf politische
Entscheidungsmechanismen erreicht werden konnte. Das hat verschiedene Gründe.