Montag, 2. August 2010

Die linke Tragödie

Eine Polemik über den »türkischen Sozialismus«

Anlass für den vorliegenden ist ein anderer, in türkischer Sprache verfasster Artikel über das ESF von mir. Kurz nach dem Europäischen Sozialforum in Istanbul hatte ich in einer Polemik die Zustände der türkischen Linken kritisiert. Obwohl die Polemik in einer türkischen Tageszeitung und in mehreren Internetforen sowie Websites veröffentlicht wurde, gab es außer einigen anerkennenden Mails kaum Erwiderung aus den Kreisen der Bewahrer des »heiligen Grals«, der »einzig wahren sozialistischen Lehre« in der Türkei.

Freitag, 9. Juli 2010

Die imperialen Gelüste der »Neo-Osmanen«

Juli 2010/ Es war kein Geringerer als »Hodcha Efendi« Fetullah Gülen, der aus dem US-amerikanischen Exil sein Milliardenschweres »NGO-Netzwerk« befehligt, proklamierte, dass es »kein Traum« sei, »dass die Türkei die Stärke und Wirkungskraft des Osmanischen Reiches wiedererlangen werde«. Auch der verstorbene Staatspräsident Turgut Özal hatte diese Vision. Während des I. Golfkriegs wies er daraufhin, dass »die Türkei, jeden ihrer Einsätze dreifach vergütet bekommen« werde und prägte in Gesprächen mit ihm nahestehenden Journalisten den Begriff »Neo-Osmanen«.

Um sagen zu können: Nie wieder Krieg! Nie wieder Völkermord!

Gedenkfeier an den Völkermord im Osmanischen Reich 1915
Grußadresse des Europäischen Friedensrats Türkei / Kurdistan
von Murat Cakir, Sprecher des EFT/K
Hauptkirche St. Petri Kirche, Hamburg, den 24. April 2010

April 2010/
Es ist wahrlich nicht einfach, an einem solchen Gedenktag die richtigen Worte zu wählen, aber dennoch eine ehrenvolle Aufgabe, zu Ihnen sprechen zu dürfen. Daher möchte ich meinen Dank an die InitiatorInnen der Veranstaltung aussprechen und mein Haupt vor dem Andenken der Opfer des Aghet, der großen Katastrophe des armenischen Volkes in Demut verneigen.

Gegen Sozialraub, Demokratieabbau und Kriegspolitik, für die friedliche Lösung der Kurdenfrage!

Rede von Murat Cakir, Sprecher des Europäischen Friedensrates / Türkei
Antikriegstag Schweinfurt 2008


September 20087
Es war kein Geringerer als der berühmte Geheimrat Goethe, der von Friedenszeiten sinnierte, als damals, vor rund 200 Jahren, »weit hinten in der Türkei, die Völker aufeinander schlugen«. Nun, die Menschheitsgeschichte ist voller Kriege und Tragödien – Gestern wie Heute hat sich wenig geändert. Wie auch? Solange Unterdrückung, Ausbeutung, Profitgier und imperiale Gelüste vorhanden sind, solange wird es Kriege und Tragödien weiter geben.

Erdogan und die deutsche Integrationsdebatte

Oder, wenn Karagöz im Kaspertheater auftritt

August 2008/ Der türkische Premierministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte während einer Großveranstaltung im Kölner Fußballstadion verlauten lassen, "Assimilation" sei "ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und damit auch eine Debatte ausgelöst, die ein wenig an deutsch-türkisches Volkstheater erinnert.

Handlanger des Neoliberalismus in islamischen Gewändern

Über die ökonomischen und sozialen Hintergründe der Krise des politischen Systems in der Türkei

Juli 2008/
Es war sicherlich voraussehbar, dass das Europäische Parlament am 21. Mai 2008 den äußerst kritischen Fortschrittsbericht über die Türkei mit einer überwältigenden Mehrheit annehmen würde. Die Erlahmung des »Reformeifers« türkischer Machthaber, aber insbesondere die aktuelle Krise des politischen Systems hätte eine andere Akzentuierung wahrlich nicht möglich gemacht.

MigrantInnen: Rettung oder Todesstoß für europäische Demokratien?

Februar 2008/ Die Migration ist für Immanuel Wallerstein »eine sich stets wiederholende Geschichte«. In der Tat: Wanderungsbewegungen sind so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Gerade im »alten Kontinent«, dessen BewohnerInnen nicht nur die Wanderung der Menschen über die Grenzen, sondern auch die Bewegung der Grenzen über die Menschen (K.J. Bade) mehrfach erlebt haben.